Chinalink.de Schreibmaterial in China im Laufe der Geschichte

Die chinesische Sprache
Über die Geschichte der chinesischen Schrift, frühe Bronzen, Chinesisch und Computer etc.
Schreibgeräte
Papier und andere Schreibmaterialien
Druck
Literaturhinweise

Schreibgeräte

Schon die Notizen auf Holz oder Bambustäfelchen (s.u.) schrieb man mit dem Pinsel. Die einfachste "Tusche" war Lampenru? man stellte aber auch schon in frühesten Zeiten elaboriertere Mixturen zusammen.
    Warum ist die traditionelle Schreibrichtung von oben nach unten, Zeilenfolge von rechts nach links?
Wegen der Struktur der Täfelchen bot sich die Schreibrichtung von oben nach unten an, wie man sie auch heute noch in traditionelleren chinesischen Werken findet. Ein Rechtshänder, der das Bambustäfelchen in der Linken hält und mit der Rechten darauf schreibt, wird das Täfelchen natürlich auf der linken Seite mit der noch feuchten Schrift nach oben ablegen. Die ersten Täfelchen wird er näher, die nächsten weiter daneben ablegen. Auf diese Weise ist die natürliche Schreibrichtung der chinesischen Sprache aus den Materialien vorgegeben.

Papier und andere Schreibmaterialien

    Bis zum 4. Jh. v.u.Z.: Bambus- und Holztäfelchen.
    7. - 5. Jh. Jh. v.u.Z.: Seide.
    Seit dem 1. Jh. v.u.Z.: Papier.
    (Abbildungen)
Vor der Einführung von Papier wurde auf Holztäfelchen notiert und auf Seide geschrieben. Die ersten chinesischen "Bücher", im Sinne von einer Zusammenstellung mehrerer Seiten Text, wurden aus den einzelnen Täfelchen mit Hanffäden zusammengebunden. Die Herstellung der Täfelchen ging in mehreren Schritten vor sich: Der Bambus wurde in Zylinder von gleicher Länge geschnitten, die äußere Haut entfernt, und dann in Täfelchen zerspleißt. Die Täfelchen wurden über dem Feuer getrocknet, um einen zu raschen Verfall zu vermeiden. Holz andererseits wurde in Stücke geschnitten, die dann in Täfelchen aufgeteilt wurden. Manbenutzte hauptsächlich Pinie, Weide und Pappelholz, wegen seiner hellen Qualitäten.
Die schmaleren Bambustäfelchen waren zwischen 20cm und 70cm lang. Auf diese schrieb man die Klassiker wie das Daode jing und Zhuangzi (s. Zhou-Zeit, ff.), literarische Texte und Zeremoniendokumente. Auf Holz (Länge zw. 12 und 61cm) schrieb man Behördentexte, persönliche Korrespondenz und Notizen. Wenn man breitere Oberflächen, z.B. für Karten oder Illustratioenen brauchte, so machte man diese auch aus Holz.

Bambustäfelchen - ein ce (Buch) nach karlgren
Buch aus Bambustäfelchen.
Quelle: Karlgren
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Papier wurde in China ca. im 4. Jh. v.u.Z entwickelt. Es wurde nicht in erster Linie als Schreibmaterial, sondern zunächst für dekorative Zwecke benutzt. Zum Schreiben wird Papier seit dem 1. Jh. v.u.Z. eingesetzt, konnte aber über eine lange Periode nicht das beliebte und billige, aber unpraktische Holz und Bambus ersetzen.

Druck

Es gibt in China eine lange Geschichte von Vorläufern der Drucktechniken, wie Siegel zum Drucken auf Ton, Seide und später auch auf Papier. Auch Steinabreibungen findet man früh, bei denen ein Text in Stein geritzt und dann mit Seide oder Papier und Tusche abgeklopft wird.

Wegen der großen Anzahl der chinesischen Zeichen, war der Druck mit Holztafeln sehr lange verbreitet. Es war einfacher und ökonomischer, feste Platten für jede Seite zu schnitzen. Druck mit beweglichen Lettern wurde vor allem für hohe Auflagen umfangreicher Bücher eingesetzt.

Literatur / Quellen

Karlgren, Bernhard; Klodt, Ulrich (Übersetzer):
Schrift und Sprache der Chinesen. (Verständliche Wissenschaft 113) Berlin, Heidelberg, New York: Springer, 1975
Lundbæk, Knud:
The Traditional History of the Chinese Script. From a Seventeenth Century Jesuit Manuscript. Aarhus: Aarhus University Press, 1988.
Needham, Joseph (Hrsg.), Tsien, Tsuen-Hsuin:
Science and Civilisation in China, Volume 5: Chemistry and Chemical Technology, Part I: Paper and Printing. Cambridge, Landon, New York, New Rochelle, Melbourne, Sydney: Cambridge University Press, 1985.

 

 


Zuletzt bearbeitet am 21. January 2005.
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